„Make racists afraid again!“ – Antifa-Demo in Frankfurt

In Frankfurt am Main sind am vergangenen Samstag ungefähr 1.200 Menschen dem Aufruf der „Antifa United“ unter dem Motto „Make Racists afraid again!“ gefolgt.

Die Polizei verhielt sich deeskalierend und begleitete die Demonstration mit nur wenigen Kräften. „Gefährdete“ Orte wie eine Polizeiwache, das Haus, in dem die AfD ihre Räume hat und ein Möbelhaus (?) wurden von behelmten Polizisten mit Schildern „geschützt“.

Als die Demo eine Main-Brücke überquerte, wurde auf einer benachbarten Brücke eine Feuerwerksbatterie gezündet. Kurze Zeit später wurden innerhalb der Demo zwei Rauchtöpfe gezündet. Neben der Demo wurde eine weitere Feuerwerksbatterie gezündet.

Obwohl das Zünden von Pyrotechnik durch die Auflagen verboten worden war, hielten sich die Cops auch danach zurück und machte lediglich eine Lautsprecherdurchsage, in der noch einmal darauf hingewiesen wurde, dass diese Handlung untersagt sei. An der Konstablerwache (einem stark frequentierten Platz in Frankfurt) wurden mehrere Personen von behelmten Cops daran gehindert, sich der Demo anzuschließen. „Du kannst dann hinten mitlaufen“, bekam eine dieser Personen zu hören.

„Der Demonstrationszug, der vor allem aus schwarz gekleideten Männern bestand…“, hieß es in einer Zeitung. Die Aussage, dass die Demo hauptsächlich aus Männern bestand, können wir nicht bestätigen.

Weltweit bekanntester Youtuber ein Antisemit?

Mit 53 Millionen Abonnenten gilt er als bekanntester Youtuber weltweit: PewDiePie. Doch erst vor kurzem ist er durch massiv antisemitische Kommentare in seinen Videos aufgefallen.

Disney hat jetzt den Arbeitsvertrag mit ihm wegen antisemitischer Äußerungen aufgekündigt. Auch YouTube distanziert sich jetzt von ihm.

Seit August 2016 hat er insgesamt 9 Videos mit antisemitischen Inhalten hochgeladen:

„So zeigte er etwa einen Mann in einem Video, der als Jesus Christus verkleidet war. In dieser Kostümierung sagte dieser dann, dass Hitler nichts falsch gemacht hätte. In einem anderen Video bezahlte er zwei Männer dafür ein Schild in die Kamera zu halten, auf dem „Tod allen Juden“ stand, um sich dann darüber zu mokieren, dass diese es auch wirklich taten.“

– so heißt es auf der Gaming-Website spieletipps.de

Seine Videos haben durchschnittlich mehrere Millionen Aufrufe. Das heißt: mehrere Millionen Menschen hörten seine antisemitischen Kommentare und gerade weil viele Jugendliche diese Videos anschauen, ist so etwas nicht zu tolerieren.

Brutales Vorgehen der Polizei beim TddZ 2016: Ein Erfahrungsbericht

Dortmund. Vor kurzem erhielten wir eine Nachricht, mit der Bitte diese zu veröffentlichen. In dieser Nachricht wird beschrieben wie brutal und hemmungslos die Polizei bei der Gegendemo gegen den Tddz 2016 vorgegangen ist. Im Juni hatten ca. 1000 Nazis in Dortmund zum jährlich stattfinden „Tag der deutschen Zukunft“ demonstriert. Ungefähr 6000 Menschen demonstrierten dagegen. Der nachfolgende Bericht beschreibt eine Situation die auf dem Marktplatz in Huckarde begonnen hat.

Wir möchten für diesen Beitrag eine Triggerwarnung aussprechen:

 

„Er schaute wild um sich, zückte sein Pfefferspray und sprühte mir direkt ins Gesicht. Ich schrie sofort auf und duckte mich vor Schmerzen weg. Sofort kamen sie auf mich zu gerannt. Es waren zwei. Sie sprangen auf mich und einer von ihnen rammte sein Knie in meine Seite. Er fasste mir direkt ins Gesicht und drückte mir Augen und Nase zu. Ich schrie, ich wäre friedlich und ich bekäme keine Luft. Er raunte nur „Halt die Fresse“.

Er schleifte mich hinter sich her und ich versuchte aufzustehen. Immer wieder drückte er mich herunter. Immer wieder sagte ich, ich sei friedlich und würde keinen Widerstand leisten. Es war ihm egal.

Ich bekam keine Luft und zappelte wohl wie ein Fisch.

Später habe ich auf Videos und Fotos gesehen, wie brutal sie waren. Ich hatte gar nichts gespürt. Das war wohl das Adrenalin. Nur mein Gesicht hatte vom Pfefferspray gebrannt.

Sie zogen mich hinter die Absperrung und dort stellten sie mich an einen Bus. Ich stand dort und sollte die Arme heben, damit sie mich durchsuchen konnten. Ich kam der Forderung nach. Kurz nach der Durchsuchung legten sie mir Handschellen an und fragten mich, ob ich verletzt sei und einen Arzt bräuchte. Ich verneinte und rief die Demosanis, die in meiner Nähe standen, zu mir. Einer der Sanis reinigte mir mein Gesicht mit Feuchttüchern und ich spürte, wie das Brennen etwas nachließ.

Ich schaute in den Polizeibus und sah die Personen, die vor mir festgenommen worden waren . Ich fragte sie, wie ihre Namen seien und rief diese den Menschen zu, die in meiner Nähe standen und irgendwie so aussahen, als würden sie den EA anrufen. Sie telefonierten auch.

Den Menschen im Bus sagte ich immer wieder, dass sie keine Aussage machen sollen.

Kurz darauf sah ich, wie eine relativ junge Frau schreiend von einer niedersächsischen BFE abgeführt wurde. Ich rief ihr zu, sie solle ihren Namen schreien, damit Menschen den Ermittlungsausschuss anrufen können.

Dann verschwand die Einheit mit der jungen Frau hinter mehrere Bussen.

Dann stand ich also da, in Handschellen, und machte mir das erste Mal Gedanken darüber, wieso sie mich ausgewählt hatten, was ich meiner Mutter erzählen würde und ob das hier ernsthafte Konsequenzen haben würde.

Schnell wurde dieser Gedankengang unterbrochen, als der Leiter des Berliner ‚BFZ‘ zu der Gruppe kam. Er fragte seine Kollegen, was ich gemacht hatte, sie drehten sich weg und unterhielten sich. Als das Gespräch beendet war, drehte er sich zu mir und fragte, ob alles in Ordnung sei. Ich sagte, dass die Handschellen zu fest angezogen seien und das ich Schmerzen habe.

Zu den Handschellen sagte er etwas wie „Die bekommst du gleich abgenommen“. Ich sollte sie noch eine weitere Stunde tragen.

Einige Zeit später, nachdem noch einige andere Menschen – hauptsächlich mit roher Gewalt – hinter die Absperrung gezogen worden waren, schnappte der Cop, der mich festgenommen hatte, mich und brachte mich zum Gefangenentransporter. In der Zwischenzeit wurden auch die Menschen, die vorher im Polizeibus gesessen hatten, dorthin gebracht. Dort wurde eine kurze Übergabe zwischen dem Cop, der mich festgenommen hatte, und den beiden Cops, die den Gefangenentransporter betreuten, gemacht.

Meine persönlichen Gegenstände wurden übergeben und in eine Schublade im Bus eingeschlossen.

Ich musste mich in eine Einzelzelle setzten, die Türe der Zelle wurde offen gelassen. „Solange du keinen Stress machst, bleibt die Tür offen“, sagte ein Cop zu mir. In einer Sammelzelle saßen vier Personen, gefesselt. Ich erkannte die Personen, die vorher schon im Polizeibus gesessen hatten.

Die Türen des Transporters waren geöffnet und trotzdem war es stickig und so warm, dass mir der Schweiß von der Stirn lief.

Vor den geöffneten Türen standen noch sieben bis zehn andere Personen in einer Schlange, die meisten von ihnen mit Handschellen oder Kabelbindern gefesselt. Sie standen dort direkt in der Sonne.

Ein Mitgefangener hatte keine Handschellen an und konnte sich frei bewegen. Er gab den Menschen, die in der Sonne standen, zu trinken und kümmerte sich darum, dass Sanitäter zu uns kamen.

Aus der Sammelzelle wurden zwischenzeitlich immer wieder Menschen herausgeholt und neue hinein gesetzt. Ständig wurden die Schubladen mit den persönlichen Gegenständen geöffnet, geleert, befüllt und wieder verschlossen.

Ich sprach einen der Cops an, ob sie die Lüftung anmachen könnten. Der Bitte kamen sie nach.

Da ihnen irgendwann aufgefallen war, dass ich minderjährig bin und dass sie mich deshalb nicht einsperren durften, öffneten sie mir die Handschellen. Ich massierte erst einmal meine Knöchel und musste unterdrücken, das ich dem Juckreiz vom Pfefferspray, welches immer noch überall an meinem Körper brannte, nicht nachgehe.

Kurze Zeit später holte mich der schon einmal erwähnte Zugführer des „BFZ“ ab und brachte mich zur Wanne seiner Einheit. Es war eine normale, große Wanne aus Berlin.

Im Bus saß schon der Mitgefangene, der sich vor dem Gefangenentransporter frei bewegen konnte. Wir tauschten kurz unsere Namen aus und machten Späße, um unsere Stimmung ein wenig aufzuhellen.

Der Zugführer sagte immer wieder: „Nicht reden! Sonst kommt ihr in getrennte Wagen!“

Einige Minuten später erzählte er uns dann, wo sie uns hinbringen. In die GeSa, welch Überraschung. Wir fuhren mit drei Wannen im Korso mit Blaulicht über komplett gesperrte Straßen, vorbei an Räumpanzern, einem Wasserwerfer und einer Gruppe motivierter Menschen.

Bei der Einfahrt in die GeSa sahen wir, dass neben dem Tor im Schatten Menschen saßen und auf Freigelassene warteten. Ich freute mich ein wenig, dass es Menschen gab, die auch an der GeSa auf Inhaftierte warteten.

Die Einheit, die mich festgenommen hatte, verabschiedete sich von mir und meinem Mitgefangenen und wir wurden wieder an andere Cops übergeben. Sie sahen jung aus und hatten normale Uniformen an. Sie hatten an ihrer Krawatte einen komischen Button, aber an die Aufschrift kann ich mich nicht mehr erinnern.

Wir wurden in eine Art Hangar geführt, wo wir fotografiert wurden und uns bis auf die Unterwäsche ausziehen mussten, für eine Durchsuchung. Mir wurden mein Gürtel und meine Schnürsenkel abgenommen. „Die bekommst du später wieder.“ Anschließend wurden wir durch eine kleine Tür in den nächsten Hangar gebracht. Überall waren Schultische aufgestellt, auf denen Computer standen und hinter diesen Computern saßen irgendwelche Cops.

Ich wurde zu einem Tisch geführt. Vor allen Tischen standen Hamburger Gitter. Vermutlich hatten sie Angst, dass wir die Computer angreifen würden.

Links und rechts von mir standen zwei Cops. Die Polizistin hinter dem Tisch lächelte mich an und fragte mich irgendwelche Sachen und ob ich mich zu der Sache äußern wolle. Ich verneinte die Frage. Sie tippte irgendwelche Informationen, die sie von einem Klemmbrett, das bei meiner Durchsuchung angefertigt worden war , ab.

Die beiden Cops neben mir griffen nach meinen Armen und wir gingen über den Hof in eine gegenüberliegende Halle. Hier sah ich Gitter aufgestellt. Sie sahen aus wie Hundezwinger. Deshalb dachte ich auch erst, sie wären für die Polizeihunde, die heute eingesetzt wurden. Dann hörte ich Stimmen aus der Richtung und sah an einem Gitter einen Menschen. Es war die GeSa.

Ich wurde erneut zu einem Tisch geführt und die beiden Cops, die mich begleiteten, holten sich irgendwelche Infos.

Dann verabschiedete ich mich mit einem kurzen Kopfnicken von dem Menschen, den ich hinter dem Gitter gesehen hatte.

Ich fragte, wo ich hin kommen würde. „Du kommst in den Kindergarten.“ Es gab eine extra „GeSa“ für Minderjährige, da sie uns nicht hinter Gittern einsperren durften.

Ich wurde wieder über den Hof in ein hohes Gebäude gebracht.

Sie brachten mich nach ganz oben in eine Art großen Konferenzraum. An der Decke hing ein Beamer, es standen viele Stühle im Raum.

Als ich herein kam, sah ich direkt rechts neben der Tür einen Tisch, auf dem viel Wasser stand. Neben dem Tisch war ein Stuhlkreis. Dort saßen Menschen. Es waren keine Gefangene. Der Cop, der mich begleitet hatte, erklärte mir, dass diese Menschen vom Jugendamt seien.

Rechts neben der Tür stand auch ein Tisch, darauf zwei Computer, hinter denen wieder Beamte saßen. Ich sollte mich wieder vor den Tisch stellen. Der Cop hinter der Computer fragte mich irgendwelche Sachen. Telefonnummer von meinen Eltern und sowas.

Meine persönlichen Gegenstände, welche seit der Durchsuchung in einer großen Papiertüte waren, wurden an die Cops in zivil übergeben. Es waren ungefähr 10 Cops in zivil da, die uns betreuten.

Weiter hinten im Raum standen mehrere Tische, auf jedem Tisch ein Telefon.

Später wurden darüber unsere Eltern angerufen.

Ich durfte mich auf einen der Stühle setzen. Neben mir saß mein Mitgefangener, mit dem ich in die GeSa gefahren worden war .

Immer wenn wir auf die Toilette mussten, wurden wir von zwei Beamten begleitet. In die Toiletten-Kabine durften wir alleine.

Im Endeffekt saß ich bis 23 Uhr abends da, bis sie mich nach Hause ließen.

Als ich aus dem Polizeipräsidium kam, wurde ich von einer Gruppe solidarischer Menschen begrüßt, gefragt ob ich etwas Essen oder trinken wolle.“

 

Nazi-Demo in Dortmund-Dorstfeld

Dortmund-Dorstfeld. Am Freitag Abend wollten ca. 60 Nazis gegen die hohe Polizeipräsenz in „ihrem“ Stadtteil demonstrieren. In der Vergangenheit hat es dort mehrere Hausdurchsuchungen gegeben und die Polizei ist seit mehreren Übergriffen durch Rechte verstärkt vor Ort unterwegs.

Gegen diese Demo stellten sich ca. 150 Bürgerliche, welche vor dem Beginn der Nazi-Veranstaltung wieder verschwanden, und ca. 60-70 Antifaschisten, welche direkt gegen die Demo der Nazis demonstrierten. Diese Gruppe hatte vor dem ankommen in Dorstfeld schon massive Polizeigewalt erlebt, da die Polizei so deutlich machte wie sie heute drauf ist.
Während die Bürgerliche Kundgebung lief wurden aus einem Wohnhaus zwei Transparente ausgerollt, auf welchen „HTLR“ (Abkürzung für Hitler) und eine durchgestrichene „110“ zu sehen war.

Die Nazis liefen unter abbrennen von Pyrotechnik („und damit ist nicht nur ein Böller gemeint“ heisst es auf Twitter) eine kleine Runde durch Dortmund-Dorstfeld.
Dorstfeld ist der Stadtteil in dem schwarz-weiß-rote Fahnen an den Häusern hängen und massig Nazi-Graffitis zu sehen sind.

#nonazisdo #Dortmund #DortmundDorstfeld

[NW] Proteste gegen AfD auf Hambacher Schloss

Am Freitag, den 28.10.2016, fand auf dem Hambacher Schloss, der „Wiege der Demokratie“, eine Tagung der AfD statt.
Zur Tagung erschienen mehrere Größen der Alternative für Deutschland, unter Anderem Bundesvorsitzende Frauke Petry und Fraktionschef Uwe Junge.

Junge machte mit den Worten „um unsere Verbundenheit zu Rheinland-Pfalz, zu Deutschland und zur freiheitlichen Grundordnung zu unterstreichen“ deutlich, warum die Partei ausgerechnet das Hambacher als Tagungsort ausgewählt hat.

Die Veranstaltung wurde von friedlichen aber lautstarken Protesten unter dem Motto „Harmonie statt Parolen – keine rechtspopulistische Hetze in Neustadt“ begleitet. Alle, die zu Fuß, oder per Auto auf dem Weg zum Hambacher Schloss waren, wurden von rund 150 Gegendemonstranten ausgepfiffen und mit Buh-Rufen überhäuft. Im Hintergrund liefen immer wieder Lieder von Irie Revoltés und kurzzeitig wurde die Demonstration von Posaunisten begleitet.
Auch das bekannte Lied „Die Gedanken sind frei“ wurde gespielt.
Die Polizei war mit zwei Hundertschaften im Einsatz. Alle Einsatzkräfte zeigten sich auffallend kommunikationsbereit, filmten vereinzelt Situationen und beleuchteten Abends den Platz der Gegendemonstration, mit einem Scheinwerfer.

Während des Tages fuhren mehrere Autos auf das Hambacher Schloss, sie hatten folgende Kennzeichen:

PS EX 180 (schwarzer Porsche)
M MX 5663
M GX 645
M HV 7703
HH FK 8257
SP X 1067

Wir übernehmen keine Gewähr dafür, dass alle diese Autos in Verbindung mit der AfD gebracht werden können.

Contre le Manif Pour Tous

Manif pour tous

Der Ursprung der sog. „Demo für Alle“ wie sie an vielen Orten in Deutschland stattfindet, liegt in Frankreich. Dort demonstrieren schon mehrere Jahre strenggläubige Christen, Entwicklungsgegner und radikale Rechte zusammen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und Abtreibungen. Zu diesem Groß-Event reisen aus ganz Frankreich große Gruppen mit Reisebussen an, um sich an der Demo zu beteiligen. So kommen jedes mal mehrere zehntausend Menschen zusammen, um ihr menschenverachtendes Gedankengut zu verbreiten.

Bei der letzten „Manif pour tous“ waren sogar Menschen aus dem Ausland angereist, um sich an dem homophoben Protest zu beteiligen. Ebenfalls beteiligte sich die rechte ‚Identitäre Bewegung‘ an den Protesten. Sie stachelten die Menge an und zünden, wie viele andere Gruppen die sich aus jungen Menschen zusammenstellen, Pyrotechnik.

Während und nach der Demo wurden immer wieder eingesetzte Polizeikräfte mit Schlägen, Tritten und Pyrotechnik attackiert. Diese reagierten mit Pfefferspray und Schlagstock.

Linke Gruppen aus Paris haben dazu aufgerufen, die Demonstration zu verhindern „mit allen Mitteln“ wie sie schreiben. Außerdem wurde dazu aufgerufen die Reisebusse, mit denen die homophoben Demonstranten zu der Demo reisen, zu blockieren.

Manif pour tous 16OCT

So der Tag ist geschafft, so wie wir auch. Um es kurz zu sagen: es war anstrengend. Wir haben eine Gruppe begleitet, die zuerst Polizeikräfte binden wollte. Nach dem das nicht so ganz funktioniert hatte, kamen die Menschen auf die Idee, die Demo der Homophoben zu stören. So versuchten wir von allen Seiten an die besagte Demo ran zu kommen um in Hör- und Sichtweite zu protestieren.

Immer wieder kamen behelmte und zivile Bullen um die Gruppe gewaltvoll von der Demo fernzuhalten. Dies gelang auch die meiste Zeit. Als wir es dann doch einmal in die Nähe geschafft hatten, wurde nach einer kurzen Eskalation wegen Provokationen der bildungsfernen Demonstranten, massiv Tränengas eingesetzt. Einige unbeteiligte Personen die sich das ganze von nahem ansehen wollten, wurden ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zur gleichen Zeit an einer anderen Stelle sollen mehrere hundert Gegendemonstranten brutal zusammengepfercht und anschließend eingekesselt worden sein. Auch dabei soll es mehrere Verletzte gegeben haben.

Was wir weiterhin erfahren haben, ist, das die französische Polizei nicht viel vom Presserecht hält. Bereits vor der Demo schikanierten sie Journalisten mit langanhaltenden Kontrollen. Auch während der Demo kam es immer wieder zu Schlägen und Tritten gegen Journalisten. Auch konnte man sich als Journalist nicht frei bewegen sondern wurde als normaler Demonstrant behandelt.

Insgesamt sollen laut den Cops 24.000 Menschen gegen die Gleichgeschlechtliche Ehe und Abtreibungen demonstriert haben. Am Gegenprotest haben sich (geschätzt) um die 500 Personen aus verschiedenen Spektren beteiligt.

Besonders bei der Abreise konnten viele Gegendemonstranten noch einmal aktiv werden, mit den homophoben Demonstranten diskutieren und die eine oder andere Fahne sowie Plakate klauen.

Am Place de la Republic gab es noch eine bürgerliche Veranstaltung, die unter dem Motto „Kiss-In“. Hier versammelten sich ca. 200 Menschen um in weiter Ferne gegen die „Manif pour tous“ zu demonstrieren. Hier wurde geredet, gelacht und getanzt.

Für uns war es jedenfalls ein interessanter Tag und ein spannender Eindruck von der Protestkultur die gar nicht so weit weg von uns ist, wie manche Menschen immer meinen. Es ist egal ob ihr von Mitteldeutschland nach Berlin oder nach Paris fahrt, zumindest von der Strecke her. Hört auf in Grenzen zu denken!

„Karlsruhe wehrt sich“ 07.10.2016

Karlsruhe –  Am Freitag den 07.10.2016 fand, wie schon des öfteren, eine Kundgebung der Kargida Bewegung „Karlsruhe wehrt sich“ statt.  Doch am Stephansplatz versammelten sich nicht nur die Rechtsextremisten, sondern auch rund 250 Gegendemonstranten verschiedener antifaschistischer Gruppen und des Bündnisses „NoKargida“.

Rund 40 Personen, standen zusammen mit Esther Seitz auf der Seite von „Karlsruhe wehrt sich“. Zwei Gastredner (Achim  Ezer und Madeleine Feige) propagierten unter der wenig einfallsreichen Devise: „Merkel muss weg!“.  Von Seiten der Gegendemonstranten wurden keine Reden gehalten. Allerdings wurde der Aufzug der Rechten deutlich übertönt. Hier waren circa 15-20 Zivilpolizisten direkt unter den Demonstranten, im Einsatz. Am Abend wurde ein Antifaschist von der Polizei festgenommen. Grund soll eine zurückliegende Straftat aus dem März 2016 in Bruchsal (Veranstaltung zum Tag der Heimattreue)  gewesen sein.

 

 

Erneute Aktionen gegen Arbeitsrechtsreform in Frankreich

Paris. Am Donnerstag wurde nach längerer Zeit wieder ein großer Aktionstag in Frankreich durchgeführt. In vielen französischen Städten haben zehntausende Menschen gegen die Arbeitsrechtsreform demonstriert, welche ohne Abstimmung durchs Parlament gedrückt wurde. In Paris kam es dabei zu schweren Ausschreitungen und mehreren Verletzten.

Insgesamt fanden am vergangenen Donnerstag 162 Demonstrationen mit bis zu 172.000 Teilnehmer*Innen in ganz Frankreich statt. Dabei wurden 62 Personen festgenommen.

In Paris kam es am Rande der Demo zu extremen Ausschreitungen. E flogen Flaschen, Böller, Steine und Moltov Cocktails in Richtung der Bullen. Diese antworteten mit Pfefferspray, brutalen Schlagstockeinsatz, Gummi-Schrot und massivem Tränengas-Einsatz. Bei ihren brutalen Prügel-Orgien verletzten die Bullen teilweise friedliche Demonstrant*Innen schwer. Laut Augenzeugenberichten schlugen sie gezielt auf Kopf- und Kniehöhe. Auch sollen sie Tränengas-Kartuschen direkt in Menschenmengen gefeuert haben.

Empfehlenswertes Video: https://www.youtube.com/watch?v=SFDorB01aT4

Prognomartige Zustände in Bautzen (Sachsen)

Nachdem es am Abend des vergangenen Mittwochs zu schweren Angriffen auf Flüchtlinge von ca. 80 Nazis kam, trafen sich am gestrigen Donnerstag Abend zwischen 300 und 350 Nazis aus dem ganzen Osten um eine Hetzjagd, getarnt als „gemeinsamer Spaziergang“ zu veranstalten, welche letztendlich durch ein hohes Bullenaufgebot verhindert wurde.
Am Mittwochabend ging schnell die Nachricht um, das in Bautzen ca. 20 minderjährige Flüchtlinge von einer Horde Nazis attackiert und bis in ihr Heim verfolgt wurde. In den öffentlichen Medien heißt es laut Polizei, das die jungen Flüchtlinge angefangen haben die große Gruppe Nazis (welche deutlich in der Überzahl war) zu provozieren und anschließend auch körperlich anzugehen.

In Bautzen gibt es schon seid ca. einem Monat immer wieder Nazi-Zusammenrottungen die Flüchtlinge teils verbal und teils auch körperlich attackieren. Die örtliche Polizei steht deutlich auf der Seite der Nazis und zeigt nur Präsenz wenn die Situation bereits gekippt ist.

Selbst wenn tatsächlich die minderjährigen Flüchtlinge angefangen haben sollen, ist es nicht legitim sich mit Militanz gegen Übergriffe zu wehren, welche von der Polizei nicht beachtet werden?

Außerdem ist in den Medien zu hören das die jungen Flüchtlinge, bei eingreifen der Polizei diese attackiert hätten. Wie sieht ein solches Eingreifen aus? Wie sieht ein Eingreifen aus, wenn die lokale Polizei selbst sich klar gegen Flüchtlinge positioniert?

Sieht dieses Eingreifen so aus, das brutal Menschen gepfeffert und geschlagen werden, die sich nach wochenlangen Übergriffen wehren? Sieht es so aus das die Menschen die für die pogromartige Stimmung in Bautzen verantwortlich sind, geschützt werden?

Augenzeugenberichten zufolge, wurde die Polizei mehrfach darauf angesprochen, das die Situation zu kippen drohe. Diese aber hätte nicht reagiert und weiterhin gewartet. Die Folgen waren ein Ausgangsverbot am Donnerstag und für eine allgemeine Empfehlung die Unterkunft gar nicht mehr zu verlassen. Sieht so Freiheit aus?

Schon Donnerstag Abend mobilisierten rechtsradikale Kräfte für den nächsten Abend nach Bautzen um gemeinsam gegen die vermeintliche Asylflut „spazieren zu gehen“. Facebook-Seiten die in das Spektrum der Autonomen Nationalisten einzuordnen sind riefen dazu auf, sich nicht an dem Ort zu treffen, zu dem mobilisiert wurde, sondern sich in kleinen Gruppen in der Innenstadt zu treffen um dann auf die Jagd nach politisch andersdenkenden oder Flüchtlingen zu machen.

Schon vor der vereinbarten Zeit waren massiv Nazis in Bautzen unterwegs um so die bedrohliche Kulisse aufrecht zu halten. Gegen 20 Uhr sammelten sich dann ca. 300 Nazis auf dem Kornmarkt, welche sofort von den Bullen beschützt wurden.

Eine Stunde später trafen ca. 50 Antifachist*Innen ein um die Situation vor Ort zu kritisieren. Nach kurzer Zeit wurde eine Demonstration am Stadtmuseum angemeldet, welche nach relativ kurzer Zeit von Nazis versucht wurde anzugreifen. Aus Schutz vor Stein- und Flaschenwürfen wurden die Antifaschist*Innen von der Polizei umstellt. Nach Abschluss wurden die Teilnehmer*Innen der Demo in einem Wanderkessel, welcher von rechten bekleidet wird, zu einem Abreisepunkt gebracht. Unseren Infos nach, gab es zum Glück keine verletzten Gegendemonstrant*Innen.

Nachdem die Antifaschist*Innen abgereist waren, machten sich 2 große Gruppen Nazis auf den Weg in die Dresdenerstr. in der die Flüchtlingsunterkunft liegt. Die Polizei musste das Gebäude und die darin lebenden Personen schützen. Nicht auszumalen was passiert wäre, wenn die Flüchtlinge in der Unterkunft keinen Schutz bekommen hätten. Hätten wir dann ein zweites Lichtenhagen? Gäbe es dann Schwerverletzte oder sogar Tote?

Trotzdem lässt sich die Polizei nicht loben. Die Polizei ist mit-verantwortlich für die rassistische Stimmung in Sachsen und hat gestern Abend nur in den wenigsten Fällen Straftaten verfolgt. Auch werden Rechte Ansammlungen oder Veranstaltungen geduldet und bedingungslos geschützt.

Auch in den nächsten Tagen wollen Faschos in Bautzen auftreten und versuchen Menschen die nicht in ihr Weltbild passen anzugreifen. Sie werden versuchen eine Szenerie der Angst aufzubauen und zu halten. Sie werden versuchen mit Bautzen ein Exempel zu statuieren.

Umso wichtiger ist das antifaschistische und antirassistische Gruppen sich organisieren und den Faschisten in Bautzen ein klares kontra zu geben!

Organisiert euch in Bezugsgruppen! Fahrt nach Bautzen und zeigt den Nazis das sie dort nicht folgenlos Menschen attackieren können!

 

Hashtag: #bz*Tag*Monat* (Bsp.: #bz1609)

#bau*Tag*Monat (Bsp.: #bau1609)

#Bautzen

 

Achtung: Unter den Hashtags twittern auch Nazis und versuchen falsche Infos zu streuen!

„Karlsruhe wehrt sich“ 03.09.2016

Karlsruhe – Am Samstag den 03.09.2016 fand eine Kundgebung der Bewegung „Karlsruhe wehrt sich“ auf dem Stephansplatz in Karlsruhe statt.
Die circa 50 Nazis und Anhänger der Gruppierung, zeigten sich mit Fahnen und Fackeln, während der Verbreitung ihrer Parolen.
Eine Deutschland Fahne auf dem Kopf, sorgte in vielen Gesichtern der Gegendemonstranten für ein schadenfrohes Grinsen.
Die Kundgebung von „Karlsruhe wehrt sich“ war dank dem Lärm von ungefähr 300 Gegendemonstranten nicht zu verstehen.
Der Tag verlief weitgehend friedlich, nur die Polizei zeigte eine unverhältnismäßig große Gewaltbereitschaft.
Aufgrund angeblich zu langer Transpis versuchte die Polizei Diese einzuziehen, allerdings nicht ohne erfolgreichen Widerstand. Hierbei verletzte sich mindestens eine Person leicht.
Ein Lautsprecher mit Megaphonverstärkung wurde grund- und wortlos konfisziert.
Circa 50 Aktivist*innen starteten eine Spontandemo entlang der Route von „Karlsruhe wehrt sich“.
Es wurden mehrere Rauchbomben gezündet und in Richtung Polizei geworfen. Die Einsatzkräfte kickten die rauchenden Präparate zurück in Richtung Menschenmenge.
Ein Aktivist wurde von der Gruppe getrennt und distanziert. Die Polizei begründete dies mit einer „Personenkontrolle“.
Es kam zu keiner direkten Auseinandersetzung mit den Rechten.
Mehrere Personen wurden durch polizeiliche Maßnahmen leicht verletzt.

„Karlsruhe wehrt sich“ ist ein Ableger der Kargida Bewegung, welcher sich unter Anderem gegen Islamierung, Multikulti, Asylwahnsinn, Internationalismus und ebenso gegen den angeblichen Völkermord an den Deutschen ausspricht.
Die nächste Aktion des Ablegers findet am 16.09.2016 statt.

Kein Mensch ist Illegal! – Bleiberecht überall!
Dafür haben sich die Gegendemonstranten ausgesprochen und den Rechten deutlich gezeigt, dass es immer Menschen geben wird, die sich diesem Wahnsinn in den Weg stellen.
Danke an Alle, die an diesem Tag für Menschlichkeit auf die Straße gegangen sind.
Ein Dank geht auch an „Die Partei“ für die direkte Ausgabe des Demogeldes vor Ort.

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